Bäuerin, verletzt, braucht Hilfe

 

                                                                                                                                                                                                      

Auch auf Bauernhöfen können Unfälle passieren. Deshalb führten vier Samaritervereine aus der Region mit mehr als 40 Mitgliedern eine Gemeinschaftsübung auf dem Bauernhof von Familie Michel durch.

Rudolf Steiner

Neukirch - Egnach. «Im Juni gits jungi Muni» – so hiess das Motto der gemeinsamen Samariterübung von vier Samaritervereinen. Beteiligt waren die Vereine aus Neukirch-Egnach, Romanshorn, Amriswil und Kesswil-Uttwil-Dozwil. Helen Schär, Präsidentin des Samaritervereins Neukirch-Egnach und selber Bäuerin in Wilen bei Egnach: «Mit der Übung auf dem Burkartshof von Heidi und Matthias Michel will der organisierende örtliche Samariterverein einen Bezug zu den Unfällen herstellen, die auf einem Bauernhof passieren könnten.»

 

Arbeitsparcours mit acht Posten

Insgesamt mehr als 40 Samariterinnen und Samariter waren rund um den Hof von Familie Michel im Einsatz. Die Verantwortlichen hatten einen Parcours mit acht Posten vorbereitet, an denen das Wissen und der praktische Einsatz der Samariter auf die Probe gestellt wurden. Zu diesem Zweck hatte die als Übungsleiterin tätige Tamara Pfiffner die Samariter in acht Gruppen aufgeteilt. Sie wurden mit den verschiedensten Situationen wie Sonnenstich, Hexenschuss, Zehenverletzung, Treppensturz und Sturz von einer Leiter beim Kirschenpflücken konfrontiert. Sie hatten die verunfallten und teils geschockten Figuranten möglichst zweckmässig sowie schnell zu betreuen und allenfalls die Erstversorgung durchzuführen.

Verbesserungsvorschläge

Bei Posten 4 trafen die Samariter einen Bewusstlosen in der Führerkabine des grossen John-Deere-Traktors an. Sie hatten diesen möglichst fachgerecht zu bergen und bis zum Eintreffen eines Arztes richtig zu lagern. Postenleiterin Tanya Bauer beobachtete die Massnahmen aufmerksam und machte sich Notizen. Nach jedem Posten wurde dann gruppenweise das Vorgehen besprochen und auf Fehler hingewiesen. «Ihr müsst auch daran denken, allenfalls den Traktor zu sichern, damit er nicht wegrollt», sagte die Postenleiterin zu einer der Gruppen.

Junges Muneli geboren

Bei Posten 7 galt es einen Hundebiss zu behandeln. Nach dem Abschluss der Übung hielt der technische Instruktor fest: «Es war ein interessanter, lehrreicher Abend, und ihr habt alle gut gearbeitet.» Als Belohnung gab es für alle beim gemütlichen Beisammensitzen unter dem Kastanienbaum etwas zu essen und zu trinken. Und Bauer Matthias Michel konnte die freudige Nachricht verbreiten, dass seine Kuh Nevara an diesem Morgen ein junges Muneli geboren hatte.